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Welpenkaufberatung nach bestem Wissen und Gewissen - was hättet Ihr gemacht?
#1
Nachbarn von uns, die vor Kurzem ein Baby ungeboren verloren haben, haben sich entschieden, einen länger schon gehegten Wunsch in die Tat umzusetzen, und sich einen Golden Retriever anzuschaffen.

In der Zeitung fanden sie zufällig annoncierte "Retriever-Welpen". Hingefahren, verliebt, zugesagt.

Dann trafen sie meinen Mann und fragten, ob ich mal Zeit hätte, sie hätten einige Fragen an mich. Klar hab ich Zeit, finde es immer toll, wenn Menschen sich vorab informieren.

Beim Gespräch kam dann heraus, dass dieser Welpe auf einem Bauernhof im Stall aufgezogen wird, die Exkremente der Welpen etwas mit dem Stroh zur Seite gescharrt werden, sofern es jemand sieht, sie zwar entwurmt und geimpft werden, aber das war"s dann auch. Dennoch wollten die Besitzer 500 Euro pro Welpen, deren Vater ein blonder Labrador ist und deren Mutter ein angeblich schwarz geratener Golden Retriever sein soll.

Einen Labrador wollen sie nicht. Ein Golden Retriever ist in der Mutter eher nicht wirklich vorhanden. Das sind völlig ungecheckte Mischlingshunde über deren Eltern-Wesen oder -Gesundheitszustand niemand etwas weiß.

Dem Paar war die Stubenreinheit sehr wichtig. Es ist immer sehr schwer, Welpen stubenrein zu bekommen, in deren Kiinderstube die Exkremente nicht wirklich weg gemacht wurden.

Die Sozialisierung und Prägung der Welpen ist fraglich. Sie kommen mit 8 Wochen aus einem Stall und kennen nichts außer Katzen, Kinder und eine Hand voll Erwachsener.

Ich habe dies alles und noch viel mehr zu bedenken gegeben, habe meine Kaufkriterien für einen Welpen angesprochen und über das Genmaterial in Modehunderassen und kriminellen Praktiken von Züchtern in den vergangenen Jahrzehnten informiert, was zu vielen kaputten Linien führte.

Sie haben mir vorhin eine Mail geschickt, dass sie dort abgesagt haben und sich bei einer VDH-Züchterin hier aus Cuxhaven angemeldet haben, die noch 2 freie Welpen hat.

Im ersten Moment waren die beiden wohl sehr unglücklich über die Verunsicherung, die ich mit ihnen betrieben habe. Mir tat es leid, aber ich handelte nach bestem Wissen, Wissen und aus Erfahrungen, die ich in Foren und im echten Leben sammeln durfte.

Wie hättet Ihr gehandelt?

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#2
Genauso. Finde da gibts nix zu bedauern.
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#3
Ich finde es auch richtig,
wenn man um seine Meinung gefragt wird,
muß man die auch ehrlich sagen, auch wenn es schmerzlich ist.

Irgendwann werden sie sehr dankbar dafür sein.
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#4
Ich sehe das wie Maria.
[Bild: IMG_0206.jpg][Bild: IMG_0792.jpg][Bild: IMG_0608.jpg][Bild: IMG_0318-1.jpg][Bild: IMG_0010-1.jpg]

Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht 10 Meilen in seinen Schuhen gelaufen bist...
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#5
Hi Anja,
hast Du absolut richtig gemacht.

Auch die Aussage das Welpen schwer stubenrein
werden wenn sie in Ihr Reich machen so wie da im Stall stimmt.
Skipper stammte ja von einem Vermehrer aus einer Art Käfighaltung.

Der hat uns was das angeht schlimme Nerven gekostet als er Welpe war. Hat etwas gedauert bis er es begriffen hat.

Allerdings hat seine Sozialisierung ohne HuSchu (war vor 20 Jahren ja nicht üblich
und es war 1989) super geklappt, er hat uns von Anfang an, mal abgesehen von
dem stubenrein, viel Freude gemacht. Auch die Spanier kennen meistens nix,
wenn sie als Welpe hier hin kommen. Weil sie auf einer Finca oder in
einer Wohnung aufgezogen werden, ohne Gassigänge etc. No Problem,
Hunde und gerade Welpen oder Junghunde gewöhnen sich schnell an Alles.
Meine sind das beste Beispiel dafür.

Besser eine schmerzhafte Meinung als ein schlechtes Gewissen weil das hättest Du in jedem Fall, wenn Du Deine Bedenken nicht mitgeteilt hättest.

500 Euro zu nehmen finde ich ganz schön krass.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#6
Sicher hast du sie richtig beraten und für einen vermutlichen Mischling sind 500 euro wohl etwas teuer! Es kann natürlich passieren das ein Bauernhofhund gesünder und besser sozialisiert ist, als ein Welpe aus einer sterilen Zwingeranlage! Ein Welpe der aus einer VDH Zucht ist muss nicht besser sein ein als ein Bauernhofhund! Soetwas ist heut zu Tage keine Garantie mehr!

Ich würde mit der Hundekäuferin, verschiedene Zuchten, natürlich unangemeldet besuchen und meinen Buschfunk anzapfen, wegen des Rufes der Züchter! Natürlich überall hin mit fahren um alles selbst noch in Augenschein zu nehmen!
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#7
Wollen die Leute auch wirklich einen Hund?
Es wäre in diesem Fall ja ein Baby Ersatz und ich weiss nicht ob das so gut ist..
Also den Verlust eines Babys mit einem Hund zu bekämpfen.

Was ist wenn dann doch ein Kind kommt?
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#8
Na, einen Hund aus einer Zwingeranlage würde ich auch nie kaufen. Beim VDH ist das wohl auch nicht mehr erlaubt. Die Welpen müssen im Haus aufgezogen werden.

Sie sagten mir, sie hätten schon länger den Wunsch nach einem Hund, hatten aber eben immer noch die Hoffnung, vorher noch ein Baby zu bekommen. Nach der Fehlgeburt ist diese Hoffnung nun sehr geschrumpft und speziell die Frau leidet sehr darunter, da sie aufgrund ihrer Schwangerschaft auch noch ihren Job verloren hatte. traurig

Sherlock fanden sie schon immer toll, der ist ihnen aber zu groß. zwinkern Einen Hovawart würde ich ihnen auch nicht raten.

Für mich klingt es nicht danach, dass der Hund nur Ersatz sein soll. Er wird sicher eine Lücke füllen und einen unerfüllten Wunsch kompensieren helfen, aber das finde ich nicht schlimm, wenn es nicht die Hauptmotivation ist, sich ein Tier anzuschaffen.

Ich habe ihnen übrigens auch noch den ELO zum Überdenken gegeben. Diese Rasse finde ich interessant, obwohl es auch eine "Designer-Rasse" ist.

Bin gespannt, wie sie sich entscheiden. Hab ihnen einige Links und Tipps gegeben und auch angeboten, für peinliche Fragen mit zu fahren zwinkern .

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#9
Huhu Anja,

Ich finde auch, dass Du absolut richtig gehandelt hast freuen

Und gerade das Ding mit der Stubenreinheit, war wirklich wichtig zu erwähnen... ich kenn Deine Nachbarn nicht, aber viele Welpis von entnervten Haltern landen sonst im TH mit Augen rollen
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#10
Gerade das Thema Stubenreinheit lag ihnen besonders am Herzen. Sozusagen als erste Hürde, die sie irgendwie gut schaffen wollten. Deshalb habe ich das auch ausgiebig erklärt, wie das eben ist, wenn es für Welpen normal ist, in ihren eigenen Fäkalien zu liegen und zu leben.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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