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Bindung Mensch-Hund ./. Mensch-Pferd
#1
Möchte gerne die Pferdefreunde unter uns fragen, ob es sie zu ihren Pferden eine andere Bindung haben als zu ihren Hunden.

Ich höre immer wieder, dass Pferde verkauft werden, dass man sich ein anderes kauft, dass sich 3 fremde Leute ein Pferd mittels Beteiligung teilen. Bei Hunden ist das doch eher unüblich, außer in Kreisen, wo der Hund ein reines Sportgerät ist.

Hunde hat man bei sich teilweise bis hin zum gemeinsamen Bett, Pferde wohnen in aller Regel irgendwo abseits, wo man erst hinfahren muss. Ist diese räumliche Distanz entscheidend?

Wie ist das? Oder spielt Bindung bei Pferden überhaupt keine Rolle?

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#2
Also unser Pferd wird von mir und einer Freundin gemacht,und man erkennt deutlich die freude wenn einer von uns beiden den Stall betritt... Ich erlebe es ja regelmäßig das Pferde einfach so weiterverkauft werden weil sie schlicht und ergreifend dem Reiter nichts mehr bringen,dann wird ein neues angeschafft,Bindung hin oder her. Oft sieht man aber auch dann die defiziete die durch die Bindung und das Vertrauen zum Menschen ausgelichen werden sollten,leider sind sie ja da nicht oder nur mäßig vorhanden. Man fährt mit dem Ziel zum Stall im Training möglichst viel zu erreichen,alles andere drum sind,sind die pflichtaufaben die nunmal dazugehören aber nicht mit liebe ausgeführt werden. Nach der erbrachten oder auch nicht erbrachten Leistung wird das Tier in die Box gestellt und sich selbst überlassen. So kann meiner Meinung nach keine BIndung entstehen...
Ich kann von mir sprechen,das die Bindung zu Princess anderes ist,aber nicht weniger schön oder ehrlich wie zu meinen Hunden. Man lebt mit einem Pferd anders,man erlebt andere Dinge und tut Dinge die man mit einem HUnd nicht machen kann. Und besonders schön ist,wenn man die erlebnisse zusammen mit Hund und Pferd teilen kann. Und wenn diese Bindung die ich in den Jahren zu Princess aufgebaut habe nicht hätte,könnte ich Ihr in schwierigen Situationen keine sicherheit geben.
Es ist anders aber nicht weniger schön zwinkern
[Bild: 2957386.jpg]
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#3
Also, bei mir ist die Bindung zu meinem Hund natürlich viel grösser, da er ja mit mir lebt, wir bilden ja schon so was wie ein Rudel! Wenn Rowdy die Wahl hat zwischen mir und anderen Hunden entscheidet er sich dann doch nach ner Weile mit mir mit zu kommen. zwinkern

Die Pferde leben ja bei mir immer im Herdenverband und ich lebe ja da nicht mit drin. Mit ihnen habe ich zwar auch ein Vertrauensverhältnis, aber die Bindung zur Herde ist natürlich grösser als zu mir. Sicher könnte man mit nem Pferd auch so eine Bindung wie zum Hund aufbauen, wenn man mit auf der Koppel leben würde, oder die Pferde mit zu hause wohnen würden! lachen

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, das Boxenpferde die keinen Herdenverband haben, von sich aus eine grössere Bindung zum Menschen aufbauen können und deshalb dann einsam sind wenn der Mensch geht.

Einen Herdenverband können Pferde nur aufbauen wenn sie immer in einer Gruppe zusammenleben, in der die Pferde nicht wechseln. In einen intakten Herdenverband werden aber neue Pferde mit der Zeit integriert, dauert bis zu einem Jahr.
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#4
Moin,
darüber habe ich auch schon oft nachgedacht.

Für mich ist das immer so unvertändlich, wenn ich höre,
ich habe ein Pferd gekauft, ich habe ein Pferd verkauft.
Für mich ist ein Pferd, auch wenn die Bindung nicht so
ist wie beimm Hund sondern anders, mein Tier, mein Freund,
mein Pferd, was zur Familie gehört.

Das einfach zu verkaufen weil es nicht mehr reitbar ist
etc, neeeeeeeee...

In meiner Vorstellung begleitet ein Pferd mich wie
ein Hund, ein Leben lang. Ich muss mir im Vorfeld
darüber klar sein, das ein Pferd viel Geld kostet.

[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#5
Ich denke die Bindung Mensch - Pferd und umgekehrt wäre kein bißchen anders als beim Hund wenn das Pferd so klein und handlich wie ein Hund wäre.

Aufgrund seiner Größe kann ein Pferd einfach nicht überall mit hin, muß immer wieder zurückgelassen werden, auswärts in einem Stall stehen etc.

Die ganzen erhöhten Umstände der Haltung sind es - mal von den reinen Ehrgeizlingen abgesehen die ein Pferd wirklich nur als Sportgerät und Mittel zur Selbstbestätigung sehen - die einen doch manchmal zwingen sich zu trennen.

Ich mußte das leider selber durchleben. Ich hatte immer eigene Pferde, mein letztes habe ich selber großgezogen und zugeritten. Dann kam aber die Wende in meinem Leben und ich pendle seit ein paar Jahren jede Woche 250km hin und her - da war es einfach nicht mehr möglich sich ausreichend um das Pferd zu kümmern und ich habe es schweren Herzens abgeben müssen.

Nun habe ich einen Hund, der kann mein Nomadenleben problemlos teilen, der begleitet mich überall hin - das wäre mit Pferd unmöglich.

Ein weiterer Faktor sind natürlich für die meisten auch einfach die Kosten, ein Pferd ist einfach eine teure Angelegenheit, die kann man sich nicht mal eben so nebenbei leisten und es gehört auch ein immenser Zeitaufwand dazu, aus beiden Gründen werden dann Pferde eben oft von 2 oder mehr Leuten betreut. Das tut kaum ein Besitzer freiwillig, ich denke praktisch jeder hätte sein Pferd doch lieber ganz für sich allein wenn es möglich wäre.

Also um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen - Pferd und Hund sehe ich in ihrer Bindungsfähigkeit eigentlich gleichwertig an, nur die äußeren Umstände machen den Unterschied. Das Pferd ist aufgrund seiner Sozialstruktur immer darauf bestrebt, Anschluß und Freundschaft zu finden. Ein Pferd würde seinem vertrauten Besitzer genauso frei folgen wie ein Hund, aber wenn ein Hund mal durch die frische Saat oder die nasse Wiese läuft ist das egal, das Pferd hinterläßt gleich einen Flurschaden und es gibt Mecker vom Bauern...
Liebe Grüße
Ulla

Wir werden in Ewigkeiten nicht mehr gut machen können, was wir den Tieren angetan haben. (Mark Twain)
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#6
Klar hat man zu einem Pferd nicht die Bindung wie zu einem Hund. Das liegt schon alleine daran, das die Kommunikation mit dem Hund sich durch das enge Zusammenleben einfacher Darstellt. Das Pferd lebt noch im Herdenverband. Es braucht uns nicht unbedingt zur bespaßung.

Nicht nur Pferde werden verkauft, sondern auch Hunde. Im übrigen haben Pferde zum Großteil ein besseres Leben als viele Hunde.

Vor allem kostet ein Pferd mehr und wird älter. Und manchmal ergebn sich Situationen, da kann man sich das nicht mehr leisten. Und Menschen die im Pferdesport sind, die verkaufen ihr Pferd halt wenn es nicht mehr geeignet ist. Ob das für das Pferd so schlimm ist weiß ich nicht. Eine große Bindung haben die zu Besitzern und Trainern nicht. Und so bekommen die meisten doch einen guten Platz bei Liebhabern und werden Freizeitpferde. Ich finde das ist bessser als nur rumzustehen.
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#7
Na ob es Pferde oft besser haben??? Nagut ich habe auch sehr viel damit zu tun und deshalb, einen sehr guten Einblick in die Pferdeszene.

Ich finde es genau so falsch ein Pferd in eine Box zu sperren wie einen Hund in einem Zwinger, wobei es für ein Pferd schrecklicher ist eingesperrt zu sein, da es ein Fluchttier ist, das sich nur sicher in der Gruppe fühlt und auch immer eine Fluchtdistanz braucht.
Auch will ein Pferd immer alles einsehen können, damit es rechtzeitig flüchten kann wenn Gefahr droht.

Ich frage mich oft wie sich ein Pferd in einer Box fühlt. Ich denke sehr unsicher, weil sie weder den Schutz der Herde noch den Überblick und absolut keine Fluchtdistanz haben.

Pferde haben nur den Vorteil, das sie sich einfach schneller aufgeben und sich einfach mit der Situation abfinden.

Ich finde das kann man sehr gut an den Augen sehen, wenn man den Blick mit artgerecht lebenden Pferden mit denen aus einer Box vergleicht!

Meine Erfahrungen sind auch das ein Hund dem es nicht gut geht viel schneller Verhaltensauffälligkeiten zeigt als ein Pferd.....liegt wohl daran das das eine Tier der Jäger und das andere das Gejagte ist.
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#8
Pferdehaltung
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#9
Und die Aussage von Verena bestärkt mich darinn, niemals ein Pferd anzuschaffen bzw. die normalen Pferdehalter zu verstehen.
[Bild: 5178377.jpg]

Liebe Grüße,
Jasmin und die spanische Bande!

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!
Heinz Rühmann




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#10
Meine Pferd waren auch in der Box. Und ich muß sagen sie haben sich dort sehr sehr wohl gefühlt. Allerdings hatten sie auch den ganzen Tag bzw. im Sommer nachts Koppelgang. So schlecht ist das für ein Pferd nicht. Manche Pferde fühlen sich dort wohler, und meine Stute geht freiwillig in die Box.

Und NUR sicher in der Gruppe ist definitv falsch. Wie gesagt, meine Pferd haben sich wohl gefühlt in der Box und standen abends am Zaun und wollten rein. Wir haben sie auch einfach rein laufen lassen und wenn sie das sooo schlimm gefunden hätten, na, dann wären sie da ja nicht hin. Und es ist ja keine Einzelhaft.

Ja Jasmin, die Anschaffung eines Pferdes ist mit weit mehr kosten verbunden als ein Hund. Schon alleine 250 Euro Miete (und das ist günstig) im Monat plus Schmied und Futter und Tierarzt,...

Ich denke es ist weit weniger schlimm für ein Pferd verkauft zu werden als einen Hund abzugeben. Der Großteil fügt sich schnell in neue Herden ein. Vorrausgesetzt, es hat einen guten Platz.
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