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Vorsicht in Hamburg - Fleischköder mit Scherben
#1
Habe gerade in einem anderen Forum gelesen, dass in Hamburg Winterhude ein Hund mit Scherben versetzte Fleischköder gefressen hat und not operiert werden musste.

Er konnte gerettet werden, aber wer weiß, wo noch im Großraum HH so etwas herum liegt.

Augen auf und am besten ein gutes "ich fresse nix von der Erde Training" machen.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#2
mach mal gleich einen Vorschlag, wie so ein leider wirklich nötige Training aussehen könnte freuen
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#3
Es gibt da eine ganz tolle Übung, in der der Hund lernt, sobald etwas Fressbares am Boden liegt, dies gar nicht erst aufzunehmen.

Bei einem meiner BHV-Seminare haben wir das mit einem Beagle sehr schön demonstriert bekommen. Kann man auch gut mit dem Klicker aufbauen, wenn man das möchte.

Man braucht eine etwas geübte bzw. körperlich gut koordinierte Hilfsperson mit etwas tollem zu Fressen in der Hand. Man braucht selbst auch etwas tolles zu Fressen in kleinen Stückchen, und man sollte ein Lobwort haben, das wie beim Klicker dem Hund einen Gutschein für Futter ausstellt. Oder eben gleich mit dem Klicker arbeiten.

Das Ziel der Übung ist, dass der Hund wo auch immer er ist, was auch immer dort liegt, das Futter liegen lässt, sich mit "Grauen" davon abwendet, und mit Freuden zu Frauchen/Herrchen kommt, um dort Futter zu bekommen.

Risiko bei der Übung ist, dass der Hund zuweilen zu uns kommt, Futter will und wir gar nicht wissen, warum. Da ich mir persönlich nichts vergebe, meinem Hund, wenn er freudig zu mir kommt, auch mal ohne erkennbaren Grund ein Frolic in den Hals zu schmeißen, ist das Risiko für mich nicht schlimm.

Der Aufbau der Übung geht über Frustration. Der Helfer legt das tolle Futter auf den Boden. Wenn der Hund zugreifen will, nimmt er das Futter weg. Kommentarlos. Das macht man immer und immer wieder. Das erzeugt beim Hund den MEGAFRUST mit der Zeit. Irgendwann wird sich der Hund, und sei es auch nur kurz, dem Hundeführer zuwenden. Das wird SOFORT beklickert und bestätigt. Der Hund lernt, liegt da Futter irgendwo rum, das ist frustig, ich melde mich bei Frauchen/Herrchen, und es wird lecker.

Diese ganze Übung muss sehr oft mit unterschiedlichstem Futter an unterschiedlichsten Orten durchgeführt werden. Logischerweise ist es völlig kontraproduktiv, wenn der Hund im Übungsaufbau auch nur EINMAL Erfolg hat, bei dem Versuch, das Futter vom Boden zu fressen. Dann ist es am besten, die Übung für einige Zeit ruhen zu lassen und wieder bei Null anzufangen. Ich würde, vor allem wenn ich es auf Distanz übe, immer irgendwelche Sicherheiten einbauen. Das Futter beispielsweise anleinen oder aber den Hund. Angeleintes Futter kann von einer Hilfsperson weggezogen werden, aber manche Hunde sind sicher so fix, dass sie das nicht wirklich vom Erfolg abhält. Angeleinte Hunde kann man selbst oder eine Hilfsperson davon abhalten, ganz ans Futter ran zu kommen.

Die Arbeit mit Frust/positiver Verstärkung benötigt viel Übung und ein hohes Maß an Generalisierung (Übung an den unterschiedlichsten Orten mit den unterschiedlichsten Futtermöglichkeiten), um eine entsprechend breite Gedächtnisspur im Gehirn zu erzeugen, sodass bei einem hohen Reiz, und das dürfte herumliegendes Futter für die allermeisten Hunde sein, das Gelernte zur Anwendung kommt.

Der große Vorteil, warum wir auch DIESE Methode und nicht die eines Superabbruch-Aus-Wortes gewählt haben, ist die Tatsache, dass der Hund so GENERELL nichts Essbares vom Boden aufnimmt und nicht nur dann etwas zuverlässig her gibt, wenn ich es sehe. Wie oft habe ich meinen Blick gerade nicht bei meinem Hund und er KÖNNTE innerhalb von Sekunden etwas geschluckt haben. DAS gilt es, zu vermeiden. Meiner Meinung nach.

Wenn Schritte zur Übung nicht verständlich sind, oder ich was vergessen habe, bitte einfach fragen. Mich hat diese praktische Übung sehr begeistert und überzeugt, dass es klappen kann.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#4
was ist, wenn der Hund das mit der Anwesenheit einer weiteren Person verknüpft? Gerade wenn er bereits oft Erfolg im Gebüsch hatte, wo niemand anwesend war.
Du musst es doch irgendwann zu einem Punkt bringen, wo der Hund nichts mehr nimmt, obwohl keine Frustrations-Person anwesend ist.
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#5
Lydia, die Hilfsperson muss man abbauen, genauso wie man bei allem anderen auch Hilfssignale und Hilfsmittel abbauen muss. Gegen Ende des Trainings legt man selbst Futter aus und beobachtet gut. Irgendwann muss es sitzen. Bei Deiner BH sitzt das Fuß ja auch, obwohl Du keine Leine mehr in der Hand hast.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#6
weil die Leine von Anfang an keine Rolle spielt. Und ein Spielzeug kann ich abbauen, indem ich es verstecke und immer später raushole.
Die Person dagegen spielt die Hauptrolle bei deinem Plan und sie ist nicht nur "ein bisschen" da. Sie ist entweder da oder sie ist weg. 0 oder 100%. Wie willst du das abbauen? Entfernt sich die Person vielleicht etwas weiter? Dann hat sie aber keinen schnellen Zugriff.

Anja, das ist keine Kritik. Ich verstehe nur nicht, wie du das abbaust.
Wenn du es selbst auslegst und den Hund dann korrigierst, ist es doch genauso, als hättest du gleich so angefangen. verwirt
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#7
Oh, ich sehe das auch nicht als Kritik, und selbst wenn, wäre es kein Problem, da die Frage ja völlig berechtigt ist!

Die Person würde ich so abbauen, dass sie sich immer weiter vom zu findenden Futter entfernt, ab dem Moment, wo man das Gefühl hat, dass es sitzt. Die Person hat dann natürlich keinen Zugriff mehr, aber sie wird ausgeschlichen, während der Prozess "Futter auf dem Boden bedeutet, ich bekomme Futter bei Frauchen/Herrchen" schon gefestigt ist und zu einer immer breiteren Gedächtnisspur wird.

Dieses Aufkonditionieren ist halt wirklich eine Sache von richtig viel Aufwand, bis sich das WIRKLICH gefestigt hat. Genau so wie das Jagd-Abruf-Training via Schleppleine. Je nach dem, wie hoch der Hund hinsichtlich der entsprechenden Sache motiviert ist, kann das meine Ansicht nach auch zur Lebensaufgabe werden.

Deshalb greifen bei diesen Dingen eben auch nach wie vor viele Leute zu Hilfsmitteln, die ein paarmal richtig weh tun, aber dann ist das Thema durch. Oder eben halt auch nicht, weil der Hund lernt, dass es ab und an trotzdem lohnenswert ist und nicht weh tut...

Was meinen Vergleich zur BH und zum Fußgehen betrifft, so denke ich schon, dass der Großteil der Leute via Leinensignal den Hund korrigieren, wenn er pennt, woanders hin sieht, oder sonst ein unerwünschtes Verhalten zeigt. Wenn Du es nicht so machst, bist Du wohl eher die Ausnahme. Was macht eigentlich das Video???? Bin schon sehr neugierig, wie es so läuft bei Euch.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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#8
danke für die Erklärung. Das Problem wird jeder einzelne Erfolg sein. Dann geht es wieder bei Null los. traurig

Anja schrieb:Was macht eigentlich das Video???? Bin schon sehr neugierig, wie es so läuft bei Euch.

LG Anja
gibt keines. Hatte in den schlammigen, kalten, vereisten Zeiten wenig Gelegenheit und Lust - sprich, ich fange erst jetzt wieder an. Die Prüfung im April wird es dann wohl nicht werden, aber die nächste tut´s auch noch. Wir haben ja Zeit. Ich sehe das reichlich unverbissen zwinkern
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#9
Na zum Glück gibt es hier nicht solche Idioten, hier hat ja fast jeder selbst einen Hund oder eine Katze! Und Rowdy spuckt auch alles aus wenn ich das zu ihm sage!
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#10
Ach ja, ein gut/positiv aufkonditioniertes Aus-Signal ist parallel dazu mit Sicherheit auch eine super zusätzliche Absicherung.

Auch da gilt für mich der Vorteil des positiven Lernens, dass er verknüpft, es wird bei Frauchen/Herrchen genau so lecker, wenn ich auf ein gefundenes Lecker verzichte.

Lernte er bei Aus nur, der Spaß hört auf, ich muss leider verzichten, wird er schnell schlucken, bevor er kommt.

Annette... ich glaube Dir nicht, dass in Deinem Eck keine Idioten und Hundehasser wohnen. Die gibt es leider überall und Giftköder etc. wurden auch schon überall gefunden.

LG Anja
[Bild: b18ft3cnd1u8rdgsa.jpg]
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