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Thema Es ist entschieden, ein Hovawart-Welpe zieht ein!

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Es ist entschieden, ein Hovawart-Welpe zieht ein!
16.10.2012 08:44
(15.10.2012 16:00)Anja schrieb:  Und ich bin froh, dass ich die letzten Tage doch nicht so deutlich eingegriffen habe, wenn Coffie zu dreist wurde, sondern dass ich es habe ein Stück weit laufen lassen.

Wuerdest du bitte das erklaeren? Dein Gefuehl und deine Gedanken?
16.10.2012 13:23
Will es mal versuchen. Also vor Coffies Einzug habe ich mir vorgenommen, dem Kleinen vom Anfang an Respekt vor dem Großen abzuverlangen. Als Coffie dann da war, merkte ich, dass der Bär das selbst machen sollte, aber sich nicht immer traut. Er "fragte" viel. Wann immer ich konnte, bestärkte ich ihn darin, dass er Coffie deutlich zeigen darf, was er will und was nicht.

Es gab Tage, da war er sehr gut, es gab aber auch Tage, da konnte er sich den nötigen Respekt nur bedingt verschaffen.

Eine Phase gabe es, da hatte Coffie heraus gefunden, dass er Sherlock mit den nadelspitzen Zähnen in die Ohren oder Lefzen beißen muss, dann bleibt der Bär einfach stehen und weint nur noch. Eine derbe Korrektur erfuhr Coffie dafür nicht.

Das war der Moment, als Sherlock uns leid tat. Auch Timo hat die letzten Tage oft gesagt, er findet, ich müsse Coffie am Bären mehr korrigieren, weil der Kleine so respektlos wäre. Paralle dazu merkten wir auch, dass er z.B. von Heini deutlicher gemaßregelt wurde.

Mein Herz konnte das nicht gut ertragen, wenn der Bär da so stand und weinte, und sich nicht zu helfen wusste. Dennoch sagte mein Bauch, dass ich ihm diese Aufgabe, den kleinen mit zu erziehen, sich selbst Respekt zu verschaffen, der hoffentlich für den Rest des Bärenlebens anhält, nicht nehmen darf. Entgegen Timos Drängen, korrigieren zu helfen, habe ich es unterlassen und auf meinen Bauch gehört.

Das Ergebnis ist das, was man auf dem Film sieht, und was ich hier inzwischen mehrmals täglich zu sehen bekomme. Das Ganze nimmt an Intensität und Zeitspanne zu.

Insgesamt gibt es deutlich weniger Anspringereien und Anmachen seitens Coffie in Richtung Sherlock als noch vor ein paar Tagen. Und wenn, dann sind diese nett und nicht ätzend respekt- und distanzlos. Sherlock fordert in seiner Indivudaldistanz Ruhe und eine gewisse Demut ein, und Coffie beginnt zu verstehen, dass ihm das dann eine freundliche Interaktion seitens des Bären beschert.

Ich beginne mehr und mehr zu verstehen, was Thomas immer schrieb, warum es für den Bären so wichtig gewesen wäre, dass ich schon viel früher einen Welpen dazu geholt hätte. Auch verstehe ich mehr und mehr die Mehrhundehalter, die oft sagen, sie könnten ihre Hunde den ganzen Tag nur beobachten. Man kann so viel noch dazu lernen, auch wenn man schon viele Jahre mit einem Hund und manchmal auch zweien gelebt hat. Jede Konstellation ist anders.

Wenn Timo und ich mit unserem Trio unterwegs sind, schaffen wir es kaum noch, mal ein Nichthundethema zu besprechen, weil es ständig etwas zu sehen, beobachten oder auch zu regeln gibt. Heute war das tatsächlich mal wieder möglich, obwohl wir nur eine kurze Runde gedreht haben, die mit Arbeit an allen 3 Hunden begonnen hatte, noch bevor wir uns überhaupt begrüßt hatten. Als Timo am Treffpunkt ankam, arbeitete ich grad mit Coffie, Sherlock hatte Pause. Dann band ich Coffie an einen Pfahl, schickten den Bären 2x lange suchen, und während der gesamten Zeit lief Timo mit Heini auf Orientierund und bei ihm sein. Coffie konnte es sogar aushalten, da ruhig zu sitzen und abseits von 2x "fiep" nicht rum zu kreischen, während er mal NICHT dran war. Das finde ich gut und wichtig.

Wenn wir die Hunde dann frei geben, ist alles viel gechillter. Coffie hatte z.B. heute wenig Bedürfnis, mit Heini zu spielen. Die Aktionen gingen eher von Heini aus. Ich finde es einfach ätzend, wenn man sich trifft und kaum hat man die Autotüre einen Spalt auf, diffundieren die Viecher raus und fallen erst mal übereinander her. Klar, die Akkus sind voll bei einem jungen Hund, wenn er vor der Runde ist, aber gerade dann ist es doch toll, wenn man Disziplin halten kann. Das Ziel mit meinem Welpen ist, dass er andere Hund einfach nicht so wichtig findet. Für Heini waren andere Hunde ein Leben lang (im Tierheim) das Wichtigste überhaupt. Es ist ungleich schwieriger, ihn zur Contenance zu bringen, wenn Artgenossen in der Nähe sind. Timo hat das inzwischen sehr gut im Griff, aber das war harte Arbeit, und die ist auch noch nicht zu Ende. Denn auch sein Ziel ist, dass er eigentlich nichts mehr sagen möchte, und der Hund trotzdem erst auf ein Signal vernünftig hin geht, wenn ein Kontakt erwünscht oder erlaubt ist.

Ich merke, wie einfach es ist, wenn man das eben schon einem Welpen beibringen kann. War heute bei einem Kunden, dessen Labrador nur unwesentlich älter ist als Coffie. Der Kunde hat der Hund erst seit 3 Wochen und hatte bös zu tun, ihn davon abzuhalten, ihn zu Coffie zu zerren, während mein Welpe gar nicht zog, sondern artig wartete, bis ich nach 10 Minuten inzwischen erfolgreichen Arbeitens meines Kunden erlaubt habe, dass sie spielen können.

Was bei uns auch klappt ist, dass das Clicken des Karabiners GAR keine Reaktion auslöst. Er tobt zu 99% erst los, wenn er ein okay hört.

Ruhe ist eines der wesentlichen Merkmale an Hunden, die aus meiner Sicht für eine gute Beziehung und ein gesundes Leben sprechen. Damit meine ich nicht, dass Hunde Schlaftabletten sein sollen. Ich habe ganz sicher keinen Schlaftablettenwelpen, aber er kennt schon den An- Aus-Knopf, den ich bei Hunden so unglaublich wichtig finde.

LG Anja
17.10.2012 21:44
Heute war ein Scheißtag. Der gestrigen hörte scheiße auf und der heutige fing genau so an. Die Nacht war es auch. Hatte nix mit Coffie zu tun, sondern einfach mit mir.

Somit habe ich mir heute sehr gut überlegt, was ich tue. Mit 2 Hovis an einem Tag, an dem es einem einfach nur schlecht geht, sollte man einfach nur zusehen, auf Nummer sicher zu gehen. Das tat ich dann auch. Plante für alles ausreichend Zeit ein, brauchte keinerlei Herausforderungen, und somit fand auch nicht sooo viel statt. Aber Kleinigkeiten gab es trotzdem.

Bei unserem ersten kurzen Gang, der etwas nach 12 Uhr stattfand, und nur wenige Minuten dauerte, beobachtete das Böhni eine Möwe. Ich ließ ihn schauen, er war ohne Leine. Dann rief ich ihn mit dem Namen, er schaute weiter. Ich rief einmal deutlicher, hatte schon etwas zum Werfen in der Hand. Da kam er. Futter.

Er drehte sich wieder um, schaute wieder. Die Möwe kreiste unablässig über dem Feld. Anstalten zum Lossprinten machte er nicht. So ließ ich ihn wieder eine weile schauen, rief seinen Namen, siehe da, er kam beim ersten Mal. Futter.

Aber er drehte sich wieder weg, um zu schauen. Nur kurz, dann kam er direkt wieder zu mir. Futter. Das fand ich toll, auch wenn es nix Besonderes war, und viele dieses Beobachten gar nicht als "arbeitenswert" befunden hätten.

Fixieren von Jagdbeute ist die erste Sequenz des Jagdverhaltens und auf eine gewisse Art auch schon selbst belohnend. Ich möchte gerne, dass er sich jagbare Objekte ansehen kann, dass er ansprechbar bleibt, und dass er sich mir zuwendet, wenn ich das möchte, oder von sich aus.

Danach hatte ich eine Einzelstunde, während der die Hunde im Auto schliefen.

Im Anschluss wollte ich ins Reformhaus, um mir Immunsystemstärker zu besoren, weil so viele gerade krank und meine Kräfte echt am Ende sind. Ich entschied, beide Hunde mit in die Fußgängerzone zu nehmen. Kordelleine dran, ein Ende an jeden Hund. Bär außen, Coffie innen, beide links in der Fußposition. Ohne Kommando. Es ging anfangs etwas holperig, weil Coffie den Bären anschnuten wollte, der Bär dadurch weiter vor ging, Coffies Aufmerksamkeit mehr beim Bären als bei mir war, und ich beide Hände zum korrigieren brauchte, und nicht füttern konnte. Vor dem Reformhaus drehten wir noch ne Ehrenrunde, dann legte ich den Bären ohne Leine ab, Coffie band ich daneben an eine Bank, ohne Kommando.

Zwischen Beratungsende und Bezahlvorgang sprintete ich einmal kurz zur Türe, ein gar friedliches Bild. Bär lag wie betoniert, Coffie saß entspannt daneben und schaute sich die Gegend an. Auch als ich kam gab es kein Aufspringen, von keinem der Beiden. Sehr cool.

Danach waren wir noch kurz einmal zuhause, dann 2 super anstrengende Stunden Junghundekurs hintereinander bzw. mit 1h "Pause" dazwischen, die nie wirklich stattfindet, weil viele noch Fragen haben, heute 2 früher kamen, weil sie nachsitzen mussten, und wir in der Zwischenzeit noch mit unseren Hunden arbeiten wollen, um auch sie etwas auszulasten. Heute konnte ich im Unterricht selbst nicht viel mit Coffie machen, er durfte mit spielen, aber eben nicht mit arbeiten, da ich die Augen und die Hände für meine Kunden brauchte.

Jetzt liegen hier trotzdem 2 platte und zufriedene Hovis rum... komisch. Und so ganz beschissen fühlt sich der Tag rückwirkend auch gar nicht mehr an. Bei mir lösen sich die schlimmsten Scheißtage meist beim Arbeiten wieder auf. Es ist einfach eine Berufung, und auch wenn es sehr antrengend war, so kommt doch auch sehr viel zurück.

Heini war heute zum ersten Mal als Trainerhund mit auf dem Platz. Auch wenn er noch Baustellchens hat, so konnten wir ihn schon für einiges mit einsetzen. Er durfte mit ins Freispiel der Junghunde und hat sich sehr sozial kompetent gezeigt. Das fand ich schön zu sehen, wie er in dieser Gruppe eine ganz andere Rolle gespielt hat, als in den Gruppen, in denen er als Übender mit läuft.

Wir glauben ja zu sehen, dass Heini durch Coffie noch einmal gereift ist und noch weiter reift. Schön, dass Coffie nicht nur mir gut tut...

LG Anja
19.10.2012 17:07
Bis eben kam ich nicht zum Schreiben, daher heute ein kleiner Nachtrag. Gestern waren wir (Timo und ich) in einer ehemaligen Sandkuhle, wohin wir mit unseren Hunden spazierten, damit sie sich etwas austoben können, da wir selbst ziemlich kaputt waren und mal nicht die üblichen Gänge machen wollten. Meinen Hunden ist es erlaubt, in Sand zu buddeln. Und nur im Sand. Bei Heini ist es wohl ähnlich.

Somit entwickelte sich dort in dieser rundum geschützten Situation eine wunderschöne Atmosphäre in der Abenddämmerung, man sah 3 grundverschiedene Hunde, die alle ihren jeweiligen "Berufungen" nach gingen. Der Bär verbuddelte, so weit es ihm körperlich noch möglich ist, sein Lieblingsspielzeug und sorgte sehr deutlich dafür, dass niemand seine Baustelle betrat.

Heini verbuddelte einen Stock oder sein Spielie, wobei auch ein gefundenes altes T-Shirt immer mal eine tragende Rolle spielte. Coffie versuchte, entweder die Baustellen zu besetzen, die Objekte zu stehlen, bzw. den Besitzer derselben zum Teilen zu bringen, oder er rannte oskarstolz mit seiner jeweiligen Beute durch die Kuhle. Dabei erprobte er auch sein Allpfotgetriebe in der Steilwand, musste aber bald einsehen, dass in seinem Alter eine optimale Geländegängigkeit noch nicht erreicht ist.

Es fand so viel Kommunikation statt, das kann man gar nicht alles beschreiben. Timo und ich standen staunend, lachend, filmend, fotografierend und mit ständigen "Kuck mal da's" am Rande des Geschehens und empfanden beide ein sehr großes Glück, unsere tollen Hunde so leben lassen zu können. Ich glaube, während dieser Zeit dort, hatte keiner von uns auch nur eine Sekunde einen negativen Gedanken. Es war einfach nur schön.

Timo hat ein paar Filme und Fotos gemacht, vielleicht stellt er ja noch was davon ein.

Der Tag davor war für Coffie, abseits von seiner wöchentlichen kleinen Agility-Welpeneinheit, die ich in den Trainings-Pausen mit ihm mache, wenn der Parcours für meine Kunden steht, nicht sonderlich spektakulär. Raymie ist im Urlaub, daher hatte er heute keinen Spielpartner, aber ich bat den Bären darum, mit Coffie ins Spielfeld zu gehen, und so hatte ich öfter wieder die Gelegenheit, die beiden während des Unterrichtes auf dem Nachbarplatz beim Schmusen zu beobachten. Coffie schaute auch viel zu, saß einfach ruhig und friedlich am Zaun und beobachtete die Teams oder was ich so tat. Kein Gequake, keine Versuche mehr, durch den Zaun zu kommen, nichts.

Heute hatte er auch schon einiges an Programm. Morgens hatte ich einen Termin mit einer ehemaligen Kundin, die mir ihren Reiterhof zeigte, weil wir dort die Pferdestunde mit dem Welpenkurs von Coffie machen wollen. Ich schaute mir die Gegebenheiten an, und danach gingen wir eine Runde mit ihrem Hund durch die Heide in Sahlenburg. Im Anschluss fuhren wir nach Dorum zum Tierarzt, leider hatte Sonja heute Urlaub, aber die Impftermine müssen nun mal eingehalten werden. Nun ist erst mal wieder für ein Jahr Ruhe.

Heute brannte die Impfung etwas, aber davon konnten wir ihn gut ablenken, erst wollte er etwas jammern, aber das Futter, welches auf einmal auf den Tierarzttisch segelte, war dann doch besser als alles andere. 17 kg wiegt mein kleiner Brocken nun schon. Heute ist er genau 16 Wochen alt.

Nach dem Impftermin schaute ich noch kurz beim Hundeplatz vorbei, dort kamen zufällig Interessenten des Weges mit einer kleinen SoKa-Hündin, die genauso alt ist wie Coffie. Die beiden haben erst verhalten, aber dann sehr schön miteinander gespielt. Man konnte von Minuten zu Minute sehen, wie die Hündin freier wurde. Sie wurde erst gestern aus dem Tierheim geholt.

Seitdem sind wir zuhause, Coffie ist irgendwie noch immer zugange, weil wir schönes Wetter haben, und der Garten lockt. Ich schätze mal, der wird später ins Schlafkoma fallen...

LG Anja
19.10.2012 18:42
17 kg mit 4 Monaten? Wow, wie hoch ist er denn jetzt?
Luca hat ca. 20 kg und ist 51 cm hoch und geht mir bis zum Knie.
19.10.2012 19:20
Würde mal sagen, das Gewicht ist prima.
Ich habe grad mal in meiner Buchführung nachgeschaut.
Das Trudelinschen wog mit 16 Wochen 16 kg bei einer Schulterhöhe von 50 cm.-

Rüden dürfen bestimmt etwas mehr. lachen
19.10.2012 22:08
Danke fürs Nachsehen in der Buchfühung. freuen Beruhigt mich grad etwas. Irgendwie hat er trotzdem einen Satz gemacht, finde ich. Passe ja schon auf mit dem Füttern, dass er nicht zu viel Power bekommt und so ins Kraut schießt. Gibt eine Mahlzeit am Tag mit Flocken und Fleisch oder Milch/Obst.

LG Anja
19.10.2012 23:34
Hey

(16.10.2012 13:23)Anja schrieb:  Will es mal versuchen. Also vor Coffies Einzug habe ich mir vorgenommen, dem Kleinen vom Anfang an Respekt vor dem Großen abzuverlangen. Als Coffie dann da war, merkte ich, dass der Bär das selbst machen sollte, aber sich nicht immer traut. Er "fragte" viel. Wann immer ich konnte, bestärkte ich ihn darin, dass er Coffie deutlich zeigen darf, was er will und was nicht.

LG Anja

Es ist entschieden, ein Hovawart - Welpe zieht ein! Hierzu habe ich eine sehr deszitierte Sichtweise, mit der ich mich aber zurückhalte.

Ich habe nicht alles, oder anders, nicht so viel gelesen, doch was ich las bestärkt mich in meiner bisherigen und vergangenen Erkenntnis.
Deshalb habe ich dieses Zitat von dir gewählt, denn es passt wie die Faust aufs Auge, salopp ausgedrückt.

Ich schrieb schon, vielleicht erinnerst du dich daran, was bestimmte Formen der „Konditionierung“ mit Hunden machen kann, sie werden zu Unselbstständigkeit erzogen in der Hundeerziehung/Hundeausbildung.

Es gab und gibt immer noch einen Trend hin zu der Auffassung, der Hund muss mich um Erlaubnis Fragen/Bitten, bildlich gesprochen, das drücke angeblich den gegenseitigen Respekt und gute Bindung aus.
Leider ist das von vielen nur Wunschdenken!

Reflektiere mal dein Zitat, was da im Verhalten vom Bären abzulesen ist.
Würdest du da nicht zustimmen können, dass ihm sehr viel Selbstständigkeit fehlt, das er nicht einmal einem so jungen Wesen wie Coffie, aus sich heraus sagt, sagen kann, was Sache ist???

Das ist auch das, in ähnlicher Form, was ich mal zu dem Thema von Gerti, als es ums Motivieren zum Schwimmen, ging, auch hier konnte der Hunde keine eigene Entscheidungen treffen, ohne Rückfrage.



Der wahre Egoist kooperiert.
20.10.2012 18:55
Hallo Hans Georg,

als erstes würde mich interessieren, was Du mit einer "deszitierten" Sichtweise meinst, und warum Du gackerst, aber nicht legst. Also entweder habe ich eine Sichtweise, dann tue ich sie Kund, denn dazu sind Foren da, um sich auszutauschen, oder ich behalte sie für mich, aber dann deute ich auch nicht irgendwas an. Also bitte... tue Dir keinen Zwang an und teile Dich mit. Auch dazu ist dieser Beitrag da.

Dann würde mich interessieren, ob Du statt deszidiert, was ich googeln musste, um dann festzustellen, dass es dieses Wort nicht gibt, dezidiert meinst, was auf Deutsch "konkret" bedeutet. Also etwas, was Du auch konkret benennen kannst.

Als Drittes möchte ich gerne einräumen, dass ich meinem Hund in seinem Leben einige Entscheidungen abgenommen habe, und viel Wert darauf gelegt habe, dass er in für ihn unklaren Situationen mit mir Rücksprache hielt und hält. Das mag aus Deiner Sicht einen Mangel an Selbstständigkeit auf seiner Seite ausgelöst haben.

Allerdings steht dem entgegen, dass Sherlock in den vergangenen Jahren auf dem Hundeplatz einen sehr klaren Job gemacht hat, wenn die Gruppen im Freilauf, also im Kommunikations- und Spielbereich waren. Hier war Sherlock ganz klar der Entscheider, wer wann wie intensiv korrigiert wird, und zwar nicht nur, wenn es um seinen eigenen Pelz ging, sondern auch bei anderen. Er splittete, unterband Mobbing, grenzte ein, forderte Ruhe etc. Und das in allen Altersstufen.

Seit einigen Monaten hat er sich ganz bewusst aus diesen Freilauf-Phasen heraus genommen, er kommt einfach nicht mehr mit, bzw. er entscheidet offenbar nach Tagesform, wann er mit hinein möchte, und wann nicht. In Coffies Welpengruppe hat er es sich noch nicht einmal nehmen lassen, dabei zu sein. Und da macht er auch seinen Job fast wie früher. Dass er in den anderen Gruppen lieber draußen bleibt, führe ich auf den Umstand zurück, dass er körperlich den richtigen Halbstarken schlicht nicht mehr gewachsen wäre, wenn sie ihm versehentlich im Spiel ins Heck prasseln.

Warum er sich an Coffie nicht so klar heran traute wie er das bei allen anderen Welpen und Junghunden bisher tat, weiß ich nicht. Ich könnte mir vorstellen, weil es eben "mein" Welpe ist, dass er sich an diesem nicht vergreifen wollte. Inzwischen haben wir dieses Thema geklärt, er weiß, dass er deutlich werden darf und sogar soll, und alles ist gut. Wo ist das Problem? Er musste in diese Rolle hier ein Stück weit hinein wachsen, so wie wir alle auch.

Mich würde nun sehr stark interessieren, was Du persönlich dezidiert anders machen würdest bzw. was für Dich zweifelhaft klingt, damit ich mir eine Vorstellung von dem machen kann, was Du letztlich meinst mit "bestimmte Formen der Konditionierung".

LG Anja
21.10.2012 22:47
Irgendwie rennt die Zeit, komme kaum nach mit schreiben.

Gestern war den ganzen Tag Hundeschule, heute war Welpenkurs und die übliche Vorbereitunszeit dafür.

Coffie hat gestern ein Phänomen gezeigt, das mich etwas sorgte. Er stürzte sich in der letzten Freispielgruppe in der Hundeschule auf einen braunen Labi, den er schon letzte Woche auf Sicht hatte. Er schmiss ihn um, biss ihm in die Kehle und schüttelte, als gäbe es kein Morgen mehr. 2x habe ich ihn sehr unfreundlich davon weg geholt, 2x habe ich ihn gelegt, beim zweiten Mal richtig heftig, und einmal bewarf ich ihn schon im Vorfeld mit der Leine, als er auf meine Ansprache nicht reagierte. Danach reichte es, ihn anzusprechen, und er ließ den Hund zufrieden.

Bereits letzte Woche hatte er Stress mit einem anderen Schokolabrador in einer andere Gruppe, der war ca. 1 Jahr älter als der von gestern, und größer. Aber der Ausdruck war ähnlich wütend und aggressiv. So habe ich meinen Hund noch nie gesehen.

Eine mögliche Erklärung ist, dass er vor 2 Wochen von einem großen, braunen Hund ohne Grund und Vorwarnung "platt" gemacht wurde. Der war laut und drängte ihn ziemlich heftig in eine Ecke, bevor er korrigiert werden konnte. Nun frage ich mich, ob da eine Verknüpfung stattgefunden hat.

Habe mich für Dienstag mit der Besitzerin des Schokolabis von gestern verabredet, um das mal draußen abseits vom Hundeplatz zu probieren, wie und ob das da entspannter möglich ist, und wie Coffie da reagiert. Sie möchte natürlich auch nicht, dass ihr Hund nun eine Phobie vor schwarzen Hunden entwickelt. Fand es toll, dass sie sich bereit erklärt, sich mit mir zu treffen. Mir lässt das echt keine Ruhe. Ihr hättet dieses böse Gesichtchen sehen sollen und diesen Wahn, mit dem er da zu Werke war... krass, echt.

Ansonsten war er gestern eher gechillt, lag während des Unterrichts ohne angebunden zu sein auf dem Arbeitsplatz herum, während alle anderen übten, denke, er hatte mehr mit der Impfung zu tun, als es sonst der Fall war. Er wirkte müde.

Heute haben wir ewig geschlafen. Also Coffie pennt auch durchaus schon locker von kurz nach Mitternacht bis 10.30 Uhr durch, ohne zu meckern. Endlich mal etwas Schlaf nachgeholt...

Danach waren wir eine kleien Runde durchs Gebiet. Sprach sehr lange mit einer Nachbarin, fast ne Stunde. Mein Welpe hatte noch nicht viel erlebt an diesem Tag, aber er wartete ruhig und lieb, während wir sprachen. Kein Gehampel, kein Gezappel. Einfach nur lieb.

Heute Nachmittag war wieder Welpenkurs. Mein Mann war nicht fit und nicht gut drauf, so dass Coffie nicht soooo viel Aktionen hatte, aber immerhin... Hatte die Stunde zweigeteilt. Heute zeigte ich die Korrekturen für Steh, Sitz und Platz. Das ist ja immer nicht so eine nette Einheit, daher haben wir einen Parcours aufgebaut mit lauter kleinen Herausforderungen für Welpen und Junghunde.

[Bild: c8aw6bwfhnwlcccf0.jpg]

Nach den Korrektur-Übungen gab es dann für alle die Möglichkeit, das Selbstbewusstsein und den Mut ihres Hundes zu fördern und zu stärken. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass es einen kleinen, schwarzen Draufgänger in der Gruppe gab, der wie Graf Rotz von Backe kackfrech in der Schubkarre stand und sich über den Platz chauffieren ließ. Nicht die SPUR von Angst...

Auch ins Bällebad sprang er mit Anlauf und allen Vieren gleichzeitig, so dass man danach erst mal die Bälle von rund umzu wieder einsammeln durfte.

Großer kleiner Mann, Du bist ein gigantischer Hovawart... :respekt:

Mir reicht es für heute...
LG Anja
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