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Thema Bindung

Seiten (8): 1 2 3 4 5 ... 8 Weiter »
Bindung
31.08.2008 15:17
Bindung

Ein immerwieder schwieriges Thema, welches oft aus Definierungsgründen, unterschiedliche Sichtweisen darstellt und die Frage nach dem, wie man Bindung erreicht, immerwieder neu gestellt wird.

Bindung unterscheidet sich zwischen Sozialbindung und Bezugsbindung.

Bezugsbindung
Diese Bindungsform entsteht durch einen aktiven Einfluss, der durch positiven aber auch negativen Einfluss entstehen kann. Wird ein Hund also durch Futter bestätigt, gibt man dem Hund einen Bezug zu dem, wo das Futter herkam.
Es gibt also Bezugsbindungen zu Personen wie Nachbarn, Freunde, Gegenstände oder sogar zu bestimmten Reizen und Signalen.

Die Entstehung von Bezugsbindung ist also das Gegenteil von Scheu, welche oft mit Angst verwechselt wird. Diese Scheu ist jedem Lebewesen gegeben und äußert sich in unterschiedlicher Form.


Sozialbindung
Die Sozialbindung lässt sich nur gering beeinflussen. Sie entsteht in einer Sozialgemeinschaft, die nur aus Sozialfähigen Lebewesen besteht.
Hat jemand schonmal einen Hund gesehen, der einen anderem ausgewachsenen Hund Futter bringt?

Was uns so logisch erscheint, ist nur die Sozialbindung unter gleichen Arten. Doch dass sich unterschiedliche Arten (Mensch & Tier) in einer Gemeinschaft zusammenfügen, ist in der Evolution nicht bestimmt und wird nur durch den Mensch erzwungen. Somit ist für uns diese Art von Sozialbindung ein noch sehr unbekanntes Gebiet.
Das Projekt "Humanizing the Ape“ oder auch bekannt als „The Ape and the Child” und auch die Begebenheit der Menschen die bei Wölfen aufwuchsen, waren für die Forscher interessant für das Verhalten. Doch auch interessant waren die Erkenntnisse, dass Menschen immer diejenigen sind, die sich den Tieren anpassen und nur im geringen Maße, die Tiere sich den Menschen anpassen können.

Diese Erkenntnis zeigt uns somit auch, dass wir auf unsere Hunde eingehen müssen und nicht umgekehrt.
Wir müssen das soziale Verlangen unserer Hunde erkennen und darauf eingehen können. Oft passiert dies unbewusst und so lassen sich sehr intensive Bindungen zwischen Mensch und Hund erklären, die angeblich nichts dafür getan haben.

Doch nicht jeder hat diese Gabe und hat besonders damit zu tun, wenn es um Ersthunde geht. Die Schwierigkeit dabei ist, dass Sozialgesten oft anders gedeutet werden und man sich nicht auf die Sozialbedürfnisse einstellt. Weitere Schwierigkeit ist die Hierarchie und den Status des Hundes dabei zu berücksichtigen.
Geht man nicht parallel vom Status des Hundes zur Sozialintegrierung, kommt es zu Konflikten.

Diese Konflikte äußern sich im gesamten Verhalten. Wer meine Beiträge oder meine Arbeit kennt, weiß dass ich immer zuhause beginne, egal um welche Probleme es sich handelt. Denn nur wenn diese Konflikte beseitigt sind, lassen sich die anderen Arbeiten durchführen.

Die wohl häufigste Frage lässt sich leider nur dürftig beantworten.
Wie bekomme ich Bindung?
Viel zu individuell sind unsere Hunde um diese Frage beantworten zu können. Doch ein paar Überlegungen ist Folgendes wert.

Stellt Euch Fragen, Fragen wie,
was tun Hunde untereinander im Bezug auf Sozialverhalten?
Was bevorzugen sie, Distanz oder Nähe?
Welche Kontaktzonen bevorzugen sie?
Und viele Fragen mehr. Doch die wohl wichtigste Frage ist, wie wäre oder ist der Umgang mit meinem Kind?

Für diese Frage bin ich sehr umstritten, jedoch nur weil vermutet wird, dass ich Kinder mit Hunden vergleiche.
Doch mein Vergleich gilt allein der Sozialpsychologie.
Ich reinige meine Hunde regelmäßig, ich streiche oft mit den Daumen über die Augen meiner Hunde, ich berühre sie, ich gebe ihnen Nähe und toleriere Distanz.
Das Riechen zeigt Hunden das Interesse an Gesundheit, Besorgnis und Führungskraft. So rieche ich an den Ohren, am Fang und am Fell. Ich simuliere die Körperpflege mit einem nasswarmen Lappen. Ich brumme und signalisiere damit Wohlbehagen.

All dies und die individuellen Bedürfnisse des Hundes multipliziert mit Zeit = Bindung
31.08.2008 15:33
Toller Bericht Thomas.
In den unteren Punkten finde ich mich wieder
bwz. bestätigt mir, das es gut ist was ich tue.
Ich mache das nämlich so wie Du es beschreibst.
31.08.2008 15:35
ein heya dir Thomas,

also jetzt bin ich baff. Deine Sicht und Arbeit werden immer interessanter für mich. Ein wundervoll einfühlsamer Text. Genau so sehe ich Bindung und die Arbeit daran auch.........wieso sind das nur soviele Kilometer. lachen

Eines Tages wünsche ich mir dich mal mit Hunden sehen !! cool


das musste jetzt mal raus.....

Grüße

die erstaunte Jacky
31.08.2008 15:37
Grins, Jacky, es gibt Autos, Busse, Bahnen, Flugzeuge
und die Ostsee ist immer eine Urlaubsreise wert...undschnellwechhier
31.08.2008 16:48
Grins das finde ich ja schon mal cool, das tue ich auch alles. Hm das riechen am Hund mache ich um Veränderungen festzustellen, das das dann ein Teil der Bindung aufbauen ist hab ich nicht gewusst.

Hund saubermachen ist klar, er schläft ja im Bett und das morgentliche gemeinsame Kuscheln und anschließende gemeinsame Brummen kommt mir auch seht bekannt vor.

Thomas du wirst mir immer sympathischer, ich hoffe du kommst bald mal auf die Distel Ranch und dann ist mit Sicherheit auch Jacky hier. zwinkern
31.08.2008 16:53
amazone schrieb:Grins das finde ich ja schon mal cool, das tue ich auch alles. Hm das riechen am Hund mache ich um Veränderungen festzustellen, das das dann ein Teil der Bindung aufbauen ist hab ich nicht gewusst.

Hund saubermachen ist klar, er schläft ja im Bett und das morgentliche gemeinsame Kuscheln und anschließende gemeinsame Brummen kommt mir auch seht bekannt vor.

Thomas du wirst mir immer sympathischer, ich hoffe du kommst bald mal auf die Distel Ranch und dann ist mit Sicherheit auch Jacky hier. zwinkern

Da könnt ihr eure Ä.....(Ärmel) drauf verwetten. lachen
31.08.2008 17:51
amazone schrieb: ich hoffe du kommst bald mal auf die Distel Ranch und dann ist mit Sicherheit auch Jacky hier. zwinkern


Nicht nur Jacky....dann werden wir auch die Distel Ranch stürmen lachen , wenn wir denn Dürfen.

Wäre das nicht sowieso mal ne Idee? Ein kleines Treffen zu machen? lachen lachen So nächstes Jahr im Frühling? freuen
31.08.2008 18:03
Hallo Thomas,



Für mich gibt es keinen Unterschied.
Unter Bindung verstehe ich nur die (Sozial)Bindung, denn ihr Ursprung resultiert aus der Mutter – Kind – Bindung, ob Mensch oder Tier.

Futter z. B. ist ein Handlungsgrund und veranlasst einen Hund, Kontakt in aller Regel zu jedem x-beliebigen aufzunehmen, das hat nichts mit Bindung zu tun.
Es ist also nur ein Bezug zu einem Subjekt oder Objekt, damit ergibt sich eine engere oder weitere Beziehung.

Erst wenn über das Futter eine Beziehung durch mehr oder weniger regelmäßigen Kontakt aufgebaut wird, entsteht eine Beziehung, aber nicht zwangsläufig eine Bindung.
Sollte sich daraus eine Bindung ergeben, ist es eine (Sozial)Bindung.

Das Gegenteil von Scheue (Vorsicht) ist Mut (Wagemut), die Motivation resultiert unteranderem aus der Neugier und dem Erforschungsdrang.

(Soziale) Bindung ist motiviert aus der Mutter - Welpen – Bindung (Wolf/Hund).
Die Mutter und andere Rudelmitglieder würgen beim nach Hause kommen den Welpen und manchmal auch den Ammen, die die Welpen in der Abwesenheit der Mutter betreuen, Futter hervor. Das setzt sich fort in dem man die Beutetiere teilt usw. usf.

Also liegt es in den Hunden (Evolution), sicherlich nicht mehr so stringent wie bei den Wölfen, einem erwachsenen Hund, unter bestimmten Bedingungen, Futter mitzubringen.

Es gibt zwei Begriffe:

Der eine ist allgemein bekannt, die Symbiose, zwei verschiedene von einander abhängige Arten; z. B. Bienen und Pflanzen.

Der andere, weniger bekannte, ist die Mutulation.
Zwei unterschiedliche Arten kooperieren, ohne das sie aufeinader angewiesen wären, zum gegenseitigen Nutzen, z. B. Krokodile und Madenhacker.

Beides ist evolutionsbiologisch Entstanden.

Zur Bindung:

Voraussetzung und Notwendigkeit für eine Bindung, ist das sich individuelle Kennen der Einzelnen.

Sie ist einmal biochemisch bestimmt, zwischen Mutter und Kind/Welpe, zum anderen entwickelt sie sich über Körperkontakte und Emotionen usw., das führt unteranderem zu angenehmen Gefühlen, worauf Bindung im wesentlichen beruht.




lg abaddon

Der Mensch hat das Sozialverhalten von Hunden tief greifend verändert (D. U. Feddersen - Petersen).
31.08.2008 18:53
Hallo Hans-Georg,
wie immer ein sehr ausgefeilter Bericht.

An die Damenwelt, da sagt doch nochmal einer, Frauen
können nicht baggern..aber wie wir alle Wissen, die
sind ja meistens eher schlimmer als die Herrenwelt .
cool lachen
31.08.2008 19:40
jacky schrieb:
amazone schrieb:
Thomas du wirst mir immer sympathischer, ich hoffe du kommst bald mal auf die Distel Ranch und dann ist mit Sicherheit auch Jacky hier. zwinkern

Da könnt ihr eure Ä.....(Ärmel) drauf verwetten. lachen

Ende Oktober könnte ich theoretisch meine Anhängerkupplung dazu nutzen, Thomas nach dem Wochenende auf die Distel-Ranch zu schleppen. Soll ich? Termin steht, zumindest bei mir noch.


Zum Thema wollte ich allerdings auch noch was schreiben:
Wie intensiv sich ein Hund an mich bindet, hängt meines Erachtens hauptsächlich von meinem Verhalten ab. Und da gehört sicher ein pflegliches Miteinander dazu, aber eben auch die Frage, wie ich meinen Hund in alltäglichen Situationen führe oder eben nicht.

Bin ich ein Mensch, der eher durch"s Leben schleicht? Oder gehe ich aufrecht, mit einer gewissen Körperspannung und kann somit schon durch optische Signale Sicherheit vermitteln.

Kann ich in Situationen erkennen, wie sich mein Hund fühlt und entsprechend agieren oder merke ich erst etwas, wenn mein Hund schon überreagiert?

Renne ich meinem Hund ständig hintendrein, oder bin ich auch einfach ab und an "nicht erreichbar"?


Ob man nun mit Hunden brummen muss, oder sie regelmäßig feuchtwarm abreiben muss, um eine entsprechende Bindung zu erreichen... Ich denke, jeder, der eine gute Bindung pflegt, hat seine teamspezifischen Rituale und Lieblingsdinge, die eben noch das Tüpfelchen auf dem I sind. Grundlegendes sehe ich allerdings immer im menschlichen Verhalten.

LG Anja
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